Am heutigen Tage haben sich Vertreter der Forschungsgemeinschaft Clausewitz Burg e.V. am Grab von Marie von Clausewitz eingefunden, um ihres 190.ten Todestages zu gedenken.
Am 28. Januar 1836, gegen 11 Uhr vormittags verstarb Marie von Clausewitz, geborene Gräfin von Brühl, an Nervenfieber leidend, in Dresden.
Marie und Carl von Clausewitz verband eine innige Liebe, wie wir aus dem umfangreichen Briefwechsel der Beiden entnehmen können.
Das es zu dieser Ehe kam, war zu dieser Zeit schon ein kleines Wunder.
Sie, Marie geborene Gräfin von Brühl, aus dem sächsischen Hochadel stammend und der preußische Premierleutnant Carl, der nicht einmal seinen Adelstitel sicher nachweisen konnte, scheinen sich bereits bei ihrer ersten Begegnung ineinander verliebt zu haben.
Am 18. August 1806 verlobten sich Marie und Carl heimlich.
Unmittelbar danach zieht Carl als Adjutant des Prinzen August von Preußen in den Krieg gegen Napoleon. Infolge des Krieges sind Carl und Marie oft getrennt.
Aber, endlich am 17. Dezember 1810, werden Marie und Carl in der Marienkirche zu Berlin getraut.
Nach dem Sieg über Napoleon verleben sie eine glückliche, gemeinsame Zeit von 1815 bis 1818 in Koblenz. Wie ich darauf komme???
Das schreibt Carl selbst in seinem Brief vom 28. April 1818 an Gneisenau:
“Wir genießen hier des herrlichsten Frühjahrs, was ich noch je erlebt habe; dabei befinde ich mich nach meiner Art ungewöhnlich wohl und bin daher ganz zufrieden und vergnügt.“
Leider sind dem Ehepaar keine Kinder vergönnt gewesen. Marie kümmerte sich deshalb hingebungsvoll um ihre Nichte, das Kind ihrer Schwester Franziska.
Durch ihre liebevolle Art und auf Grund ihrer Herkunft wurde sie auch mehrfach Erzieherin der Kinder des preußischen Königshauses.
Nach dem Tod ihres geliebten Carl arbeitete Marie an den Manuskripten ihres Mannes und der Veröffentlichung seine Schriften. Diese Arbeit muss sehr mühsam gewesen sein. Denn Carl verfasste seine Gedanken sehr gerne in Schachtelsätzen.
Im Jahr 1832 wurde „Vom Kriege“ erstmals veröffentlicht.
Das es dazu kam ist nur Marie von Clausewitz zu verdanken.
In der Vorrede der ersten Ausgabe schreibt sie:
„Es wird mit Recht befremden, das eine weibliche Hand es wagt, ein Werk von solchem Inhalt, wie das vorliegende mit einer Vorrede zu begleiten. Es zu vollenden war sein sehnlichster Wunsch;…“
Dieses Werk ist bis heute Grundlage der Ausbildung militärischer Führungskräfte und auch in der Wirtschaftspolitik sehr beliebt.
Im Jahre 1971 wurden die Gebeine von Marie und Carl von Clausewitz von Wroclaw nach Bug überführt und hier auf dem Burger Ostfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.
Die Inschrift auf dem Sockel des Grabkreuzes lautet:
Amara Mors Amorem non separat
der bittere Tod trennt nicht die Liebe.
In diesem Sinne und dem Vermächtnis von Marie und Carl von Clausewitz folgend wollen wir, gemeinsam mit hoffentlich vielen Unterstützern, dafür Sorge tragen, diese Grabanlage zu restaurieren, um Marie und Carl hier auf dem Burger Ostfriedhof auch in Zukunft ehrenvoll zu gedenken.
Jens Roszczka
Burg 28. Januar 2026



